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Geschichte Skariatains

Geschichte Skariatains – Die neuen Götter

Der epische Kampf der Götter lag nun einige Zeit zurück. Monde waren vergangen und immer noch trauerten die Menschen Sinariel und Carvisa nach.
Sie hatten ihr Leben gegeben um das Leben ihrer Kinder zu schützen. Sie warfen sich in die Klingen der grausamsten Wesen, die diese Welt je erblickt hatte.
Nur mit der Hilfe der Götter gelang es den Menschen einmal mehr, ihre Stadt gegen das Böse zu verteidigen.
Durch die Hingabe der Götter entstand das magische Schutzschild über Britain, welches eine tragende Rolle in der Geschichte der Menschen spielen sollte. Das Schutzschild, aus den Mächten von Sinariel und Carvisa, sollte dafür sorgen, dass die Menschen fortan nicht alleine im Kampf gegen das Böse traten und mit ihrem Glauben an das Übermenschliche, weiterhin Unterstützung fanden.
Aus dem magischen Schutzschild entstanden neue Götter, die den Menschen in allen Lebenslagen zur Seite stehen würden.

 

Göttervater Sekeral, der Herrliche

Aspekte: Wahrheit, Licht, Ordnung, Herrschaft, Hierarchie, Gesetz, Verantwortung, Zeit

Symbol: Sonne mit 10 Sonnenstrahlen

Erscheinung: charismatischer Mann mit langen, strahlend weißen Haaren in silbernen und goldenen Gewändern, ab und an auch in silberner, reich verzierter Rüstung mit Schwert und Schild

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Göttin des Lebens Miterla, die Mutter

Aspekte: Schutz, Hoffnung, Geburt, Frieden, Leben, Mitgefühl, Stille, Wiedergeburt, Heilung, Medizin, Schutzpatron der Alchemisten

Symbol: Stab an dem sich eine silberne Schlange empor windet

Erscheinungsform: Ein alte, schwangere und gebrechliche Frau

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Gott des Wassers Vesijimbe, der Stürmische


Aspekte: Meer, Regen, Sturm, Wasser, Seefahrer & Handelsreisende, Schifffahrt, Abenteuer, Entdeckung, Neugier

Symbol: Zwei Wellen übereinander

Erscheinung: Jede Form des Meeres geformt aus Wasser / Halb Mensch, halb Fisch

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Gott der Magie Ralidur, der Weise


Aspekte: Magie, Geheimnisse, Schrift, Sprache, Luft, Weisheit, Wissenschaft, Bildung

Symbol: graue Wolke mit magischen Runen als Blitze

Erscheinung: als alter Mann mit langen grauen Haar und Bart in graublauer Robe
und Spitzhut, oft hört man jedoch nur seine Stimme ohne das er sich wirklich zeigt, dabei spricht er teilweise in Rätseln oder Reimen

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Göttin der Träume und des Todes Myrida, die Verborgene


Aspekte: Nebel,Träume ( von schönen Träumen bis Alpträume ), Ruhe, Vergebung, Sterne, Mond, Schatten, Dunkelheit, Einsicht, Sanftmut ,Tod


Symbol:
Sanduhr

Erscheinung: Ganz in schwarz gekleidete Frau in einer wallenden Robe, kleiner Beutel am Gurt gefüllt mit goldenen Sand

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Göttin der Liebe Serysa, alte Jungfer


Aspekte: Liebe, Jugend, Hoffnung, Leben, Lebensfreude, Schönheit, Harmonie, Lust, Potenz, Frohsinn/Heiterkeit, Rausch, Ekstase, Leidenschaft

Symbol: vertrocknete Rose im Haar

Erscheinung: als alte Jungfer

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Gott des Krieges Thuul, der Blutvergießer


Aspekte: Krieg, Blut, Mut, Sieg, Sold, Kampfrausch, Jähzorn, Tapferkeit, Ehre, Duell, Zweikampf, Schutz, Leben

Symbol: Kampfaxt, die mit Blut beschmiert ist

Erscheinung: Barbar, in Leder bekleidet und in Fellen gehüllt

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Gott der Natur Nemus, der Jäger


Aspekte: Jagd, Tiere, Eis, Winter, Natur, Duidentum, Naturmagie, Pflanzen

Symbol: Pfeil mit drei hintereinander liegenden Spitzen

Erscheinung: als Jäger in dicken Fellen gekleidet

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Göttin der Gemeinschaft Avada, die Gutmütige

Aspekte: Häuslichkeit, Geborgenheit, Gemeinschaft, Gastfreundschaft, Sitte und Moral, Herdfeuer, Zuflucht, Treue, Kochkunst, Bescheidenheit

Symbol: Herdfeuer und Kessel

Erscheinung: Als verführerische junge Frau

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Gott des Handwerks Limbir , der Erschaffer


Aspekte: Gier, Gerissenheit, Handel, Bauwesen, Handwerkskunst, Kraft, Architektur, Ackerbau, Erde

Symbol: Amboss vor einem Webstuhl über welchem Hammer und Meißel
sich kreuzen

Erscheinung: Meistens als robuster Mann mit einem tiefschwarzen Schmiedehammer

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Chronik Skariatains

Vorwort:

In der Zeit, als die Menschen und die anderen Völker von Welt zu Welt zogen – auf neue Inseln und die Umgebung erkundeten – wurden sie beobachtet; beobachtet von den oberen Göttern, die sich bis jetzt immer im Hintergrund gehalten hatten. Sie wollten ihre wahre Identität nicht preisgeben, doch sahen sie auch, dass ihre „Kinder“ sich veränderten. Viele verließen die Inseln und kehrten nicht zurück, viele blieben und gingen immer weiter mit denen, an denen ihnen etwas lag, oder auch, um ihr eigenes Leben zu schützen. Was sie nicht wussten: dass dies eine große Prüfung für alle Völker war. Waren sie schon bereit zurück zu kehren? Zurück in die Heimat, die sie einst verließen?

Ja, es war an der Zeit, ihnen das zu zeigen, was die Götter wieder mit viel Mühe und Liebe – oder gar Hass – aufgebaut hatten. Ihnen war klar, dass sie nun nicht mehr ihre Boten schicken konnten, denn diesen würde man wohl nicht mehr folgen. Zu viel hatten sie erlebt. Und so machten sich die oberen Götter, die einst Mildren und auch andere Boten schickten, auf den Weg zurück zur Erde – zurück auf die Welt der Völker, um ihnen zu zeigen, dass sie das alles nicht umsonst gemacht hatten und nun die Wahl hatten, wieder zurück zu kehren in ihre ursprüngliche Welt. Dorthin, wo alles einst begann und wo sie alles zurück gelassen hatten.

Zurück nach Haus, eine Heimkehr in die Vergangenheit und zugleich in die Zukunft.

Die Welt war still geworden. Noch vor kurzem tanzten alle um die Zelte vor der Stadt Tiefwasser; doch dann war es ruhig – nichts mehr  gab noch einen Laut von sich. Diese Stille war den Menschen schon bekannt. Es war die Ruhe vor dem Sturm, doch dieses Mal schien die Stille anders zu sein.

Ein Wind aus Richtung Süden zog direkt auf die Menschen zu. Der Himmel wurde schwarz, und ganz leise hörte man das Schlagen von großen Flügeln. Die Menschen blickten zum Himmel, und etwas Weißes, schimmerndes funkelte am Himmel.

Je näher sie kam, desto heller wurde diese Erscheinung, und man sah die Form eines riesigen Drachen. Hätten die Menschen nun furchtsam fortlaufen sollen, so blieben sie jetzt vielmehr wie versteinert an Ort und Stelle stehen.

Langsam setzte der weiße Drache zum Landen an, und seine breiten Flügel legten einen Schatten über die Menschen; jedoch war keine Angst in den Augen der Menschen zu erkennen, denn sie spürten, dass der Drache ihnen nichts tun würde. Einige leise Worte drangen über die Schnauze des Drachen, und er nahm rasch die Form einer Jungen Frau an. Ganz in weiß war sie; ihre Haut war weiß wie Alabaster, ihr Haar spiegelte das Licht mit einem feinen, hellen Schimmern. Nachdem nun also der Drache Menschenform angenommen hatte, vernahmen diese  die Flügelschläge eines weiteren Drachen; dieser strahlte in einem goldenen Licht und nahm sogleich die Form einer golden schimmernden Frauengestalt an.

Die Wärme, die die Frauen in die Herzen der Menschen brachten, kam jenen bekannt vor – vor allem denen, die einst in Britain lebten. Sie traten vor und ihre Stimmen klangen zugleich klar und hell und wirkten beruhigend und vertrauenerweckend auf die Menschen, die sogleich ihre anfängliche Skepsis verloren.

So sprach Sinariel

“Ihr Kinder der Menschen!

Vieles habt ihr ertragen müssen, oft habt ihr eure Liebenden verloren, die Teil eures Lebens waren! Ihr habt eure Heimat aufgeben müssen und auch euren Glauben verloren, den ihr erst wiederfinden musstet. Ihr habt so viel zurückgelassen, das euch lieb und teuer war, eure Besitztümer und eure Erinnerungen hattet ihr verloren und nur unter Mühen wieder zu Teilen zurückerlangt.

Doch nun soll eure Reise endlich ein Ende haben! Ich möchte euch erzählen, woher ich komme und warum ich hier bin. Erst dann könnt ihr euch entscheiden ob ihr hier bleibt – oder mir folgt.

Und sie erzählte:

Mein Name ist Sinariel, dies ist meine Schwester Carvisa.

Ich bin die Mutter Mildrens, die Mutter der Erde und die Hüterin der Menschen, und das ist Carvisa, Hüterin der Natur und des Gleichgewichtes zwischen den Völkern.

Einst hab ich euch meinen Sohn entsandt; er sollte euch schützen. Dies tat er bis zum letzten Atemzug, um euch eine sichere Reise zu gewährleisten. Doch auch seine Anhänger gingen mit ihm und haben die Stadt bis zum letzten Mann verteidigt, ehe sie in Ehre gefallen sind. Dort, wo sie nun sind werden sie auch weiter in Frieden verweilen, denn sie haben ihr Seelenheil gefunden.

Wenn ihr euch fragt, warum ich nicht gehandelt habe, dann will ich euch sagen, dass ich aus genau diesem Grunde hier bin. Niemand wusste, dass es mich gibt – außer meinem ärgsten Feind. So musste ich einen Schutz um mich herum aufbauen, auf dass keiner von euch in noch ärgerer Gefahr schwebe. Doch nachdem mein Sohn sein Leben ließ, begannen sich die Kräfte aus dem Gleichgewicht zu heben. Die Welt drohte zu zerbrechen, und ich bereitete mich vor, das Licht zu bewahren.

Ich bin nun hier, weil meine Schwester Carvisa und ich beschlossen haben, euch dorthin zu bringen, wo ihr einst sehr glücklich wart.

Dass dies für euch nicht leicht werden wird, ist uns bewusst. Aber wisset, dass das Volk der Menschen am besten an großen Aufgaben wächst und seid euch gewiss, dass wir auf immer ein Teil eures Lebens sind.

Ihr habt nun die Möglichkeit, eine alte Welt wieder aufzubauen – zu dem blühenden Leben, das es einst war. Und so könnt ihr euren Glauben an mich und meine Schwester wieder erlangen – so, wie es einst eure Ahnen.

Wir bringen euch zurück nach Hause – zurück in die Vergangenheit und zugleich in eure neue Zukunft. Dort könnt ihr neu beginnen – euer Leben im Glauben an das Licht leben. Und ihr seid es, die die Städte wieder mit Leben füllen und die Tiere wieder zurück auf das Land bringen werdet – jene die den Handel wieder aufleben lassen.

Die Reise wird riskant sein, denn mein Erzfeind wird Wesen dämonischer Natur entsenden, euch zu vernichten. Aber wisset: Über all dem werdet ihr stark werden, wie ihr vor Zeiten wart und wieder sein sollt!

Und ihr werdet nicht allein sein: Die Ahnen der Elfen und der Gott der Zwerge werden uns begleiten auf dem Weg dorthin. Schadhafte Geister, die euch auf eurem Weg belauern, werdet ihr mit gemeinsamer Kraft und mit unserer Hilfe bezwingen!”

Während Sinariel ihre Geschichte erzählte, landete auf der anderen Seite der Insel ein schwarzer Drache und entsandte seine Boten, um seine Anhänger zu suchen. Der Himmel war pechschwarz und Lloth wie auch Sevilin stießen hinauf zum schwarzen Drachen.

Auch er erzählte die Geschichte, dass er Sinariels Bruder sei und dass sie ihn zu vernichten trachte. Doch das Ziel war das gleiche…. Zurück in die Höhlen, wo einst die Drow heimisch wurden, und zurück in das Feuer, wo einst die Teufler heimisch waren.

Und so kam es, dass die dem Licht abgewandten Menschen sich an der Seite des schwarzen Drachen sammelten. Die Menschen spalteten sich.

Sinariel und Carvisa sprachen leise Worte – und langsam verwandelten sie sich wieder in Drachen und sprachen gleichzeitig:

“Wenn die Zeit gekommen ist, kehren wir zurück und holen jene, die uns begleiten möchten. Doch macht euch auf einen schweren Weg gefasst!”

Und als die Drachen sich erhoben und in der Ferne verschwanden, hellte sich der Himmel wieder auf…

Den Völkern stand ihr wichtigstes Zeitalter bevor. Jenes nämlich, in dem entschieden würde, ob diese Welt bestand hat oder für immer zerfallen wird. Eine große Schlacht bahnte sich an, zwischen den mächtigsten Göttern und deren Gefolge. Und ein jeder würde seine Aufgabe auf dem Schlachtfeld haben – ganz gleich welcher Berufung er folgt.

Sinariel, der Weiße Drache.

Sie ist die Schwester von Carvisa und Barghaan, die Reine, und den Menschen am meisten zugetan. Einst schickte sie den Menschen Mildren, ihren Sohn, Tariol, dessen Diener und Arwahal, die über sie wachen sollten. Viele Jahrhunderte hielt sie sich im Hintergrund, versteckt vor den Menschen und offenbarte sich niemandem, aus Angst vor ihrem Bruder Barghaan. Sie wusste: würde sie sich offen in die Geschicke der Welt einmischen, so würde auch er dies tun und das wollte sie mit allen Mitteln verhindern. Die Welt blühte auf, und Sinariel war glücklich wie ihre Schwester Carvisa. Sie erfreuten sich an den Menschen und ihren Geschicken und den Wissenschaften, die sie entwickelten und verbesserten. Es waren viele Jahre des Glückes, doch machte sie den Fehler, Barghaan sich selbst zu überlassen. Sie beobachtete stets Sevilin und Lloth, die den Menschen zusetzten und achtete deshalb nicht auf ihren Bruder, der sich ruhig verhielt. Zu ruhig, wie sich herausstellen sollte. Dann brach eines Tages der Schrecken über die Menschen herein, und sie musste mit ansehen, wie ihr Sohn Mildren und seine Diener im Kampf fielen; doch die Menschen konnten sie retten. Die Menschheit entfloh in eine andere Welt, und Sinariel verfiel in tiefen Kummer. Zuvor jedoch schaffte sie es, gemeinsam mit Carvisa, Barghaan zu bannen, in eine dunkle, fremde Welt, aus der er nicht mehr zu entkommen vermochte.

Eine lange Zeit war verstrichen, das einstige Übel, das die Menschen vertrieben hatte und ihrer Heimat beraubte, war scheinbar sicher verbannt, und Sinariel beschloss, dass es an der Zeit war, sich den Menschen zu offenbaren und sie in ihre Heimat zurückzuführen. Und so machte sie sich auf den Weg, die Menschen in eine neue Blütezeit zu führen.

Carvisa, der Goldene Drache.

Carvisa steht in der Mitte zwischen Sinariel und Barghaan. Sie liebt ihre Schwester Sinariel und hilft ihr, wann immer sie ihre Hilfe benötigt. Jedoch liebt sie alle Wesen auf der Welt und hat Mitleid mit ihnen, ob gut oder böse beachtet sie dabei nicht. Auch mit ihrem Bruder Barghaan hatte sie Mitleid, als er gebannt in einer finsteren Welt festsaß und nicht zu entkommen vermochte. So besuchte sie ihn regelmäßig, um ihn ein wenig zu trösten. Sie sah nicht, dass es ein Fehler sein konnte, ihn allzu oft zu besuchen, doch auch Sinariel versuchte nicht, sie daran zu hindern, da sie wusste, wie wichtig es ihr war. Ohne es zu wissen, ermöglichte sie es Barghaan schließlich, durch ihre Besuche eine Sterbliche in seine Welt zu locken. Carvisa war zu gutgläubig, was sich später herausstellte.

Carvisa ist jene, die das Gleichgewicht der Welt überwacht und sich so manches Mal auf die Seite Sinariels als auch auf die Seite Barghaans schlägt. Sie greift jedoch niemals in Person in das Geschehen ein, sondern entzieht einer der beiden Seiten das „Glück“ oder aber einer der Seiten besonders viel davon.

Barghaan, der schwarze Drache

Barghaan, geboren unter der Liebe der Geschwister, trägt dennoch die Saat des Bösen in die Welt. Je mehr er die Angst Sinariels und das Mitleid Carvisas, desto mehr wandte er sich angewidert von beiden ab. Größer und größer wurde seine Macht – das Böse, das er verkörpert.

Die Dunkelheit, der Hass und die Angst, die ihn immer stärker werden ließen, schürte seine Wut – vor allem gegen seine Schwester Sinariel. Sie zu vernichten und alles was ihr so lieb und teuer war, brachte ihm noch mehr Zufriedenheit.

Barghaan ist jener, der die Welt aus dem Licht zur Dunkelheit führen mag. Eine Welt in völliger Finsternis, zerfurcht von Hass, ist sein Ziel. Die Welt in Kriege zu verwickeln, alles Schöne zu zerstören und das Land in eine Ödnis, geziert mit dem Gedärm aufgeschlitzter Opfer, zu verwandeln, danach durstet er.

——–

 

Viele Monde war es nun her, dass die „Kundschafter“ die Häfen verlassen hatten, um zurück in die Alte Heimat zu segeln. Die Winde waren meist schlecht, wodurch ein zügiges Vorankommen der Schiffe nahezu unmöglich war. Einige kleinere Inseln konnte man jedoch glücklicherweise finden, um an lebensnotwendiges Wasser und Nahrungsmittel zu kommen. Das Gemüt der vielen Männer und Frauen wurden auf eine harte Probe gestellt, niemand wusste, ob man überhaupt auf dem richtigen Weg war. Die Flucht einstmals war sehr überstürzt, und man achtete kaum auf Richtungen. Alle waren darauf bedacht, von den mannigfaltigen Gefahren zu fliehen. Viele in der Besatzung gaben langsam die Hoffnung auf und ließen sich gehen. Streitigkeiten wurden stetig häufiger, bis sie schließlich die Tage beherrschten. Die Anführer hatten alle Hände voll zu tun, um ihre Mannschaft zusammen zu halten. Eines Tages jedoch rief es vom Ausguck plötzlich „Land in Sicht! Ich glaube das ist Jhelom.“. Innerhalb weniger Minuten waren alle Mitglieder der Besatzung an Deck. Die Laune besserte sich schlagartig, hatte man es doch geschafft: Die alte Heimat lag Bug voraus. Doch gleichzeitig kam die Angst! Die Angst vor dem, was vor langer Zeit zur Flucht veranlasst hatte.

Doch dazu waren sie gekommen, sie konnten nun nicht vor der Angst kapitulieren und zurücksegeln, ehe sie geprüft hatten, ob das, wovor sie flohen, noch da war. Wenige Stunden später legten sie in Jhelom an. Die Stadt war eine Geisterstadt. Die meisten Gebäude waren jedoch vollständig intakt. Und auch wilde Tiere wurden gesichtet. Keine Spur von den schrecklichen Ki Rhin konnten sie finden und auch keine anderen Unholde. Und so segelten sie weiter durch die Welt, um die anderen Städte anzulaufen – um auch dort nach dem Rechten zu sehen. Viele Wochen vergingen, in denen sie eine Stadt nach der anderen anliefen, doch nirgends fanden sie auch nur eine Spur von Feinden, mit Ausnahme der wilden Tiere, die gelegentlich ihre Lager angriffen, um an Beute zu kommen. Als letztes begaben sie sich dann ins Herz ihres Reiches, in die Stadt Britain. Sie fanden die Stadt nahezu vollständig zerstört vor: Eine mächtige Schlacht musste hier stattgefunden haben, nachdem sie ausgelaufen waren. Von den schrecklichen Ki Rhin fanden sie auch hier keine Spur. Auch auf den nun folgenden Expeditionen über Land blieben sie von Feinden verschont. Es schien tatsächlich, als ob diese Wesen ebenso schnell verschwunden waren, wie sie damals kamen. In Britain jedoch fanden sie Gräber, prächtige Gräber, und stellten fest, dass dort die sterblichen Überreste jener bestattet lagen, die zur letzten Schlacht in Britain geblieben waren. Dies würde bedeuten, dass es Überlebende der Schlacht gegeben hatte, welche die Gefallenen ihrer letzten Ruhe zugeführt hatten. Am elften Tage in Britain legte sich zur Mittagsstunde ein großer Schatten über die Stadt, und das Schlagen von mächtigen Schwingen war zu vernehmen. Schnell liefen sie zu ihren Waffen, in großer Furcht darüber, dass der Schrecken zurückgekehrt sei. Doch die Pracht, die sich ihren Augen bot, veranlasste sie, jegliche Waffen sinken zu lassen, und beinahe versteinert standen sie dort und blickten auf einen mächtigen weißen Drachen, der vom Himmel herabstieß, um sich vor ihnen niederzulassen. Zu ihrer großen Verwunderung sprach der Drache zu ihnen.

„Fürchtet euch nicht, Kundschafter der Menschen. Ich tue euch kein Leid an. Mein Name ist Sinariel, und ich bin die Mutter Mildrens, die Mutter der Erde und die Hüterin der Menschen. Niemals habt ihr meinen Namen vernommen. Ich hatte Mildren an meiner statt zu euch gesandt, und er hat euch beschützt, solange er es vermochte – bis zu seinem eigenen Ende. Doch nun ist die Zeit gekommen, dass ich und meine Schwester Carvisa uns persönlich eurer annehmen und euch zurückführen in eine neue Blütezeit hier in der alten Heimat. So lasst euch hier nieder, und ich werde eure Brüder und Schwestern, die ihr vor langem verlassen habt, um hierher zurück zu kehren, ebenfalls hierher führen – so sie mir folgen möchten. Doch gebt Acht: mein dunkler Bruder Barghaan hat sicherlich damit begonnen auch eure dem Licht abgewandten Brüder wieder hierher zu führen. Es wird nicht leicht für euch werden, doch wir werden euch leiten und beschützen“.

Nach diesen Worten breitete sie ihre Schwingen aus und hob sich in den Himmel. Die Herzen der Anwesenden blühten auf und neue Hoffnung keimte in ihnen.